• Slitherine: Team Assault – Baptism of Fire REVIEW

    „Team Assault: Baptism of Fire“ vom schwedischen „Zeal Game Studio“ ist ein kleines rundenbasiertes Strategiespiel im klassischen Stil, welches seinen Schwerpunkt auf Multiplayer-Gefechte für zwei Spieler legt. Es ist zwar ein Singelplayer-Teil vorhanden, dieser scheint aber eher dazu gedacht, um seine ersten Schritte im Spiel zu erlernen oder seine selbst erstellte Truppe (dazu später mehr) zu optimieren.

    Eine Kampagne fehlt komplett, man spielt also „nur“ Skirmish gegen die KI. Auch wenn diese sich hier gut schlägt, ist sie doch nicht so unberechenbar wie ein menschlicher Kontrahent.
    Im Multiplayermodus kämpfen zwei Spieler entweder auf deutscher oder amerikanischer Seite flotte Skirmish-Partien gegeneinander. Dazu stehen derzeit zehn verschiedene Karten zur Verfügung. Diese Karten sind alle schön gestaltet und auch abwechslungsreich.

    Es stehen drei verschiedene Spielmodi zur Auswahl:

    Die Modi Deathmatch und Annihilation sind sich sehr ähnlich. So muss man bei Deatmatch eine bestimmte Anzahl an Gegner erledigen, während man bei Annihilation schlicht alle umlegen muss. Im Modus Sector Control müssen wichtige Punkte auf der Karte eingenommen werden. Hält man mehr Punkte als der Gegner, dann wandert sein Zähler gen null. Auf diese Weise entwickelten sich um diese Positionen schwerpunktmäßig die Gefechte. Für mich die interessanteste Spielart. Es lässt sich zudem das Startkapital festlegen und auch einstellen, ob mit Verstärkung gespielt werden soll. So ist je nach Einstellung eine andere Vorgehensweise erforderlich. Online gibt es derzeit noch sehr wenige Spieler, so dass es durchaus sein kann, dass man länger auf einen Kontrahent wartet, als man letztlich Zeit im Spiel verbringt.



    Das Spiel ist komplett in englischer Sprache und in der aktuellen Version 1.0 erhältlich. Ein Handbuch im .pfd Format sucht man vergebens, stattdessen gibt es ingame einen Taktik-Guide. Dieser dient als Einstiegshilfe und erklärt alle Grundlagen des Spiels. Im Slitherine Forum wurde ein Beta-Handbuch eingestellt, das aber noch fehlerhaft ist. Hier wird der Beta-Status deutlich.

    Die Steuerung ist einfach. Mit der linken Maustaste setzt man einen Wegpunkt, wohin sich die Einheiten bewegen sollen. Falls geeignete Deckung vorhanden, nutzen die Einheiten diese selbstständig. Angriffsbefehle und alle anderen Aktionen - wie das Werfen von Granaten -, lassen sich mit wenigen Klicks aktivieren. Geplante Aktionen bricht man einfach mit der rechten Maustaste ab.

    Leider muss man immer kontrollieren, wo das Spiel jetzt seine Einheiten hinlaufen lässt, da es sonst dazu kommen kann, dass sie auf der falschen Seite der Deckung in Stellung gehen. Auch beim Einsatz von Scharfschützen kann es manchmal zur peniblen Kleinarbeit werden, bis dieser endlich den feindlichen Truppführer anvisiert. Das Interface ist nicht perfekt, aber zweckmäßig gut. Man hat schon nach einer kurzen Einarbeitungszeit alles im Griff.



    Die Gefechte werden - wie bereits erwähnt - rundenweise ausgefochten. Wirklich komplex fallen diese nicht aus. Je höher der Rang des Truppführers, desto eher ist er an der Reihe und desto geringer sind die Schäden an der Moral bei Beschuss oder Verlust einer freundlichen Einheit. Die Treffergenauigkeit der Einheit bestimmen Bewaffnung und Attribute, ob sich diese in der Runde bewegt hat, die Entfernung zum Ziel sowie die Deckung des Gegners. Auch die Moral der eigenen Einheit spielt hier eine Rolle. Die Bewegungsreichweite der eigenen Einheiten hängt auch vom Gewicht der Ausrüstung ab. Diese Auswirkungen spielen jedoch eine recht geringe Rolle, da die Schlachtfelder überschaubar groß sind.



    Die Grafik kann nicht wirklich begeistern. Team Assault ist etwas im Comiclook gehalten (was grundsätzlich nicht schlecht sein muss - siehe Battle Academy), leidet jedoch unter Detailarmut. Auch die Texturen wirken allesamt matschig. Die Optik erinnert mich an das 2003 von Pyros erschienene Praetorians mit höherer Auflösung.

    Sehr gelungen ist dagegen der so genannte Force Builder, in dem man seine Truppe selbst zusammenstellen kann. Hier darf aus bis zu fünf Infanteriearten je Waffengattung (Gebirgsjäger, Reguläre Infanterie, Panzergrenadiere etc.) ausgewählt werden und der Spieler kann diese nach Belieben zusammenstellen. Die einzige Beschränkung ist, dass mindestens zwei Mann in der Gruppe sein müssen und die Kosten, die später im Spiel anfallen. Man wählt die Waffen, Kleidung und Ausrüstung für jeden Soldaten aus. Diese unterscheiden sich in ihren Eigenschaften. Das Sortiment ist zwar nicht riesig, aber für den Zweck vollkommen ausreichend. Dank der verschiedenen Fertigkeiten kann man einen Trupp weiter spezialisieren. Man verbessert auf diese Weise seine Truppe immer und immer wieder bis sich herausstellt, dass das Optimum noch immer nicht erreicht ist.





    Fazit:
    Ein nettes Spiel für Multiplayergefechte zwischen Freunden. Team Assault ist nicht sehr umfangreich und auch nicht komplex. Dennoch kann es gerade im Zweispielermodus durchaus Spaß machen.

    Grafik & Sound 5,5/10
    Hier wäre eine etwas bessere Präsentation nötig gewesen, leben doch so kleine Strategiespiele durchaus auch von der Optik. Battle Academy von Slitherine ist im Vergleich zu Team Assault grafisch deutlich ansprechender.

    Steuerung & Interface 8/10
    Selbst ohne Handbuch hat man die Steuerung schnell im Griff.

    Atmosphäre 7/10
    Ein atmosphärisches Meisterwerk darf man nicht erwarten. Im Multiplayer wird man allerdings schon schnell in den Bann gezogen.

    Spielumfang 6,5/10
    Ein knappes dutzend skirmish Maps und Multiplayer. Keine Kampagne. Nicht besonders umfangreich aber für einen Preis von unter 20,- Euro geht dies schon in Ordnung. Zudem steht ausser Frage, dass weitere Maps nachgereicht werden.

    Künstliche Intelligenz 8/10
    Singlepayer ist bei Team Assault sicher nicht der Schwerpunkt, dennoch leistet die KI recht gute Arbeit. Sie flankiert und weiss zu überraschen.

    Gesamtwertung: 70%


    Team Assault ist erhältlich bei Slitherine und Matrix Games.


    Gameplay Trailer:

    Kommentare 1 Kommentar
    1. Avatar von Pulk.
      Pulk. -
      Guter Einstieg von Oranje. Etwas kurz aber ausreichend. Ab jetzt bitte ein Review pro Tag
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